4. Forum Farbe 2011

05.12.2011, Rohrmeisterei in Schwerte

4. Forum Farbe 2011
 

Brandheiß und brandaktuell.

Dies war das Thema des Forums Farbe 2011 in der 5. Als das Programm für diese regionale Netzwerkveranstaltung im Frühsommer 2011 vom NFB-Vorstand, gemeinsam mit Lokalmatador Jochen Renfordt, erstellt wurde, konnte noch niemand erahnen, dass just zu dieser Zeit das Thema Brandschutz im Hochbau, insbesondere bei WDVS, durch einseitige TV-Beiträge so in den Fokus gerückt wurde.

Tom Nietiedt zeigte sich sichtlich erfreut bei seiner Begrüßung ob der prall gefüllten Veranstaltungshalle, denn die Mitglieder von NFB waren der Einladung zahlreich gefolgt und hatten viele Ihrer Netzwerkpartner zu der Veranstaltung mitgebracht. Die „Rohrmeisterei“ war 1890 als Pumpstation für die Trinkwassergewinnung im östlichen Ruhrgebiet gebaut worden. Seit 1926 war sie Werkshalle der Dortmunder Stadtwerke und wurde im Volksmund zur „Rohrmeisterei“. 1976 endete die Nutzung. In den neunziger Jahren diente das alte Industriedenkmal als Garage und Grünabfall-Station. Ende 1999 wurde der Startschuss zu einer neuen Nutzung als Bürger- und Kulturzentrum gegeben. Im Jahre 2001 wurde die Bürgerstiftung „Rohrmeisterei Schwerte“  gegründet. Im Jahre 2002 erfolgte dann bereits der denkmalgerechte und nutzungsorientierte Umbau. Seit Eröffnung der Rohrmeisterei im Juni 2003 finden jährlich rund 500 Veranstaltungen statt. „Dieses Industriedenkmal ist ein idealer Ort, um das diesjährige Forum Farbe abzuhalten und setzt die Tradition des NFB, denkmalgeschützte Architektur, ein attraktives Ambiente und Themen der Bauwerkserhaltung in einem attraktiven Tagungsformat zusammen zu bringen, erfolgreich fort“, so die Begrüßungsworte des Vorstandsvorsitzenden.

Ein Novum war bei dieser Veranstaltung, dass die Meisterschule von Arnsberg, an der Mitorganisator Jochen Renfordt vor Jahren seine Meisterprüfung abgelegt hatte, mit von der Partie waren. Herr Kramer, der Fachbereichsleiter der Meister, zeigte sich erfreut, dass ein Netzwerk von der Qualität wie NFB, sich Zeit nimmt für den Nachwuchs. Ziel dieses Forums Farbe 2011 war es, das Wissensdefizit im Baumanagement, vor allem im Brandschutz am Hochbau, auszuräumen und zu beseitigen. Denn viele der am Bauprozessbeteiligten, wissen nach wie vor nicht, welche genauen Forderungen beim Brandschutz bestehen und vor allem wissen sie auch nicht, dass der Bauherr nach der Abnahme die Verantwortung auf den Brandschutz übernimmt.

Hochkarätige Referenten waren geladen, und Andreas Schmöger , ein alter Hase in Sachen Brandschutz, zeigte geschickt auf, wo der technische Brandschutz ansetzt, und was insbesondere zu beachten ist. Vor allem sein neu vorgestelltes Produkt Platinum, ein 2K Epoxy Material, zeigt völlig neue Wege auf in der anstrichtechnischen Beschichtung von Flammschutzbildnern. Besonders angenehm war, dass er dies ohne große Produktwerbung tat, und ohne dabei selbst dick aufzutragen.

Dipl.-Ing. (FH) Dirk Aufderhaar von Hilti Deutschland, umriss sein großes Fachgebiet des Brandschutzes, denn gerade bei den Wanddurchbrüchen, die als Brandwände bezeichnet sind, muss besonderes Augenmerk walten, ebenso wie Sorgfalt bei der Ausführung. Haarsträubend waren einige der Aufnahmen, die er zeigte, wie zum Beispiel das Kabelgewirr am Bau und der vorhandene Leitungsbau zusammen ein wahres Brandschutzchaos verursachten. Überall dort wo Feuer einen Übergang finden könnte, stopft der Sachverständige mit Rat und Tat die entstehenden Brandwunden. Man könnte auch sagen, dass Hilti sozusagen für jedes brandschutztechnische Schlupfloch eine Experitsen-Lösung hat. So gesehen war dieser Vortrag für viele Anwesende ein echtes Highlight in Puncto Sicherheit und Brandschutz.

Dipl.-Ing. Werner Mai brachte danach den Brandschutz  bei Wärmedämmverbund-Systemen auf den Punkt. Er zeigte auf, was heute brandschutzbestimmungstechnisch notwendig ist und wie vor allen Dingen dies auch in der Praxis gewährleistet werden kann. Seine Lösungen waren praxisnah, verständlich und seine Botschaften orientierten sich an der Vielfältigkeit der Praxis. Er nahm auch dezitiert Stellung zu den Falschaussagen in den jeweiligen Fernsehbeiträgen und so war es für die Anwesenden ein Genuss, sich mit den richtigen Argumenten zu wappnen, wenn sie von ihren Auftraggebern zu dem Thema angesprochen werden.

Alle Details der Tagung erhalten die Teilnehmer im Nachgang in einer praxisorientierten CD, die auch zur betriebsinternen Weiterbildung genutzt werden sollte. Schade war, dass der Abschlussvortrag von Dipl.-Ing. (FH) Jan T. Wendelken aus familiären Gründen nicht gehalten werden konnte, denn der Oberbrandmeister musste im wahrsten Sinne unfallbedingt den Heimweg antreten. Seinen Vortrag jedoch erhalten die Teilnehmer ebenfalls auf der tagungsbegleitenden CD.

Die verbleibende Zeit wurde von Dipl.-Ing. Werner Mai sehr gut genützt, indem er auf die zahlreichen Fragen der Teilnehmer zum Thema Brandschutz ganz gezielt und dezitiert einging. Das Lob der Teilnehmer war unisono eine Spitzenveranstaltung mit viel Information, und was besonders angenehm war, wenig firmenspezifischer Produktwerbung. Jochen Renfordt, der als Lokalmatador vor Ort diese Veranstaltung natürlich auch genützt hat um sein Unternehmen darzustellen, war sichtlich erfreut ob der vielen Teilnehmer und vor allen Dingen des vielen Lobes, welches die Teilnehmer am Schluss der Tagung ausgesprochen haben. „Wir werden auch 2012 ein Forum Farbe durchführen. Wenn auch Programm und Ort derzeit noch nicht genau feststehen, so dürfen wir uns heute schon auf die Darbietung der Referenten im NFB Forum Farbe 2012 freuen.“ Dies versprach Tom Nietiedt, Vorstandsvorsitzender von NFB, in seinen Schlussworten.

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