NFB Cheftage 2011

01. und 02.02.2011, Berlin

Ja zur Zukunft!

„Wir müssen mehr Ja sagen zur Zukunft, denn Nein-Sager haben wir derzeit in Deutschland genug.“ Diese Aufforderung von Matthias Herzog an die Teilnehmer der 23. NFB-Cheftage 2011 in Berlin war Motivation pur und zugleich Verpflichtung für die Branchenführer im Maler- und Lackiererhandwerk.
Das Neue Forum Baumanagement (NFB) ist Netzwerk und Quelle für Innovationen gleichermaßen. Als sozusagen größter, im Netzwerk organisierter Malerbetrieb Deutschlands mit mehr als 3.700 Beschäftigten hat NFB auch eine Verantwortung und Vorbildfunktion in der Branche.

2010 verzeichnete NFB das größte Mitgliederwachstum in der Verbandsgeschichte, denn mit Dietmar Ahle aus Paderborn, Peter Dahm aus Bernkastel-Kues, Peter Fugmann aus Frankfurt und Hans-Dieter Jetter aus Rosenfeld sind leistungsstarke und innovative Betriebe hinzugekommen. „Wir sind unserem Ziel, die 50 führenden Betriebe bis 2015 im NFB zu vernetzen, ein großes Stück näher gekommen“, so Tom Nietiedt, alter und nach erfolgreicher Wiederwahl auch neuer Vorsitzender des NFB.

Wie seine einstimmig wiedergewählten Vorstandskollegen Rainer Stromberg, Peter Goy und Rüdiger Erb steht auch Tom Nietiedt dem NFB für weitere zwei Jahre erfolgreicher Vorstandsarbeit zur Verfügung.
Karl-August Siepelmeyer, Präsident des Bundesverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz, machte in seinem Einführungsvortrag deutlich, dass wir uns im Maler- und Lackiererhandwerk auf die steigenden Anforderungen der Privatkunden einstellen müssen. In Zukunft gilt es, die Auszubildenden wieder mehr für unser Handwerk zu begeistern. Nur so können wir dem demographischen Wandel gerecht werden. Gespannt warten wir derzeit alle, wie sich die EU-weite Freizügigkeit der Arbeitsplatzwahl zum 01. Mai 2011 auf unsere Branche auswirkt.

„Vom Anderen lernen“ – unter diesem NFB-internen Leitmotiv berichtete Jochen Renfordt in Berlin über die Eckpfeiler des Erfolgs in seinem Betrieb.
„Wir versprechen nicht nur pünktlich zu sein, wir sind es auch.“ Konsequenz in der Umsetzung lautet die Devise des engagierten Unternehmenslenkers. Erfrischend und motivierend spannte er einen überzeugenden Bogen des Machbaren.
„Sicherheit am Arbeitsplatz“. Unter dieser Überschrift wurde von NFB das Thema Gerüstverankerung bei WDV-Systemen sehr genau unter die Lupe genommen, denn nahezu 90 % aller hierfür erstellten Baugerüste entsprechen bei ihrer Ankerung in Verbindung mit weiter wachsenden Dämmstärken nicht oder nur teilweise den gesetzlichen Anforderungen. Gemeinsam wird deshalb mit dem Bundesverband Gerüstbau, der Zulieferindustrie und den für die Planung Verantwortlichen nach praktikablen, sprich finanzierbaren Lösungen gesucht. Roland Bischoff (Wilhelm Layher GmbH & Co. KG), Jörg Steinberg (GELOG Gerüstbau) und Peter Eisenreich stellten in Berlin ihre neuesten, teils für den temporären, teils für den dauernden Verbleib in der Fassade vorgesehenen Verankerungshilfen vor.

Wir müssen alle in Zukunft darauf achten, dass unser Risiko als Gerüstbenutzer auf ein vertretbares Mindestmaß eingedämmt wird. Wenn ein Gerüst in Zukunft nicht den gesetzlichen Bestimmungen entspricht, genügt es nicht, Bedenken anzumelden, denn das Strafgesetzbuch sieht bei Verletzung der Aufsichtspflicht in punkto Standsicherheit empfindliche Strafen vor. Allen Beteiligten muss klar sein, dass Arbeitssicherheit vor der Kostenfrage stehen muss.
„Schwarzarbeit ade?“ Keinesfalls, so Professor Friedrich Schneider von der Universität Linz. Der in Konstanz geborene Wissenschaftler zeigte auf, dass Schwarzarbeit in erster Linie in Korrelation zu den vom Staat erhobenen Steuern steht. Die erstaunliche Erkenntnis: Schwarzarbeit ist in nahezu allen Bevölkerungsschichten ein Kavaliersdelikt. Der Staat tut gut daran, wenn er ein gerechtes Steuersystem entwickelt, denn je größer die Ungerechtigkeit im Steuersystem, umso größer ist die Lust zur Schwarzarbeit. 
Es traf sich daher gut, dass im Anschluss an Prof. Schneider der finanzpolitische Sprecher der FDP und Mitglied des FDP-Bundesvorstandes Dr. Volker Wissing zu den steuerpolitischen Zielen der Bundesregierung Stellung nahm. Von allen Teilnehmern begrüßt wurde ein einheitlich gesenkter Steuersatz für Handwerksleistungen. Dass dieser zeitnah kommen wird, wagt Dr. Wissing aber derzeit zu bezweifeln. Zu groß seien zum einen die politischen Wunden, die das steuerliche Entgegenkommen bei den Hoteliers in der Parteienlandschaft hinterlassen hat, zum anderen die akuten Konsolidierungsnotwendigkeiten der öffentlichen Haushalte.

Noch lange wurde beim gemeinsamen Abendessen über den Euro, den Stabilitätspakt und über die finanzielle Zukunft Europas diskutiert.
Der zweite Tag der NFB-Cheftage begann mit dem Thema „Wer moti-viert mich?“. Matthias Herzog, Motivationsexperte und erfolgreicher Coach von Leistungssportlern, zeigte eine breite Palette von Motivationsmöglichkeiten, vorrangig aber wiederum Beispiele, wie Mitarbeiter motiviert werden können, so dass die Kernfrage: wer motiviert mich? auf den Begriff „Erfolg“ – und zwar dem gemeinsamen Unternehmenserfolg – reduziert werden konnte. So bleibt die Motivation des Chefs im wahrsten Sinne des Wortes Chefsache. Oder anders ausgedrückt bedeutet dies: „Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott!“ Als wertvolle Selbsthilfe aber zählt für jeden Chef: Streiche das Wort „versuchen“ aus Deinem Wortschatz und ersetze es durch „Machen“!

Ein wahrer Macher beendete das Informationsmanagement der NFB-Cheftage 2011. Hans-Jürgen Tech vom Fördermitglied die Wertschöpfer zeigte auf, wie wir die Lohnkosten bei WDVS erheblich senken können und gleichzeitig die Qualität deutlich erhöhen. Eine überarbeitete WDVS-Leibungsplatte und der optimale Maschineneinsatz können die Kostenstruktur bei WDVS-Aufträgen bis zu 25 % positiv verändern. Hinzu kommt, dass die Optimierung des Arbeitsplatzes gleichzeitig das Image des Berufsbildes positiv beeinflusst.

Tom Nietiedt schloss die NFB-Cheftage mit einem herzlichen Dank an die NFB-Fördermitglieder

  • Caparol
  • Hilti
  • Layher
  • Rockwool
  • Die Wertschöpfer
  • Xella

und einem Ausblick auf die kommenden NFB-Projekte. Als weiteres Highlight in 2011 stehen die NFB-Mitarbeiterschulungen an wie auch das Chefseminar Finanzen vom 12. bis 14. Mai 2011 im Burghotel Hardenberg.

Das Motto lautet: Rentabilität und Liquidität vor Wachstum.

Rainer Stromberg sieht in diesem NFB-Baustein einen Wissenstransfer geschlossen, denn in Hardenberg  kommen die Besten zu Wort, die es derzeit in Deutschland zu diesen Themen gibt. Da dieses Thema auf großes Interesse gestoßen ist, sind nur noch wenige Plätze frei. Die Anmeldung erfolgt über die NFB-Geschäftsstelle.

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