NFB Cheftage 2010

04. – 05.02.2010, Berlin

Quo Vadis Mittelstand?

Auf diese Frage gab es während der NFB Cheftage in Berlin eine Vielzahl von Antworten. Ernst Burgbacher, Parlamentarischer Staatssekretär und Mittelstandsbeauftragter im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, machte aus seiner politischen Herkunft keinen Hehl. Der sympathische Politiker plauderte charmant aus dem „Nähkästchen“ und gab sich und seiner Partei allerdings die verbesserungsfähige Note „befriedigend“. Herzerfrischend war die Offenheit, mit der der gestandene FDP-Politiker die Dinge beim Namen nannte. Unpopuläre Maßnahmen stoßen nun mal nicht nur auf Zustimmung. Schon gar nicht bei einer linksorientierten und zur Zeit eher wirtschaftsfeindlichen Presse. Ernst Burgbacher sieht ganz klar Licht am Ende des Tunnels, und dem Mittelstand prognostiziert er eine positive wenngleich auch anstrengende Zukunft.

Wie das Fundament eines Unternehmens auszusehen hat, skizzierte einer von uns. Der leidenschaftliche Maler-Unternehmer, Rainer Stromberg aus Duisburg, machte in seiner „Zuckmayer-Manier“ – als wär’s ein Stück von ihm – klar, dass der Fisch bekanntlich am Kopf zu stinken beginnt. Nur wenn wir klar wissen, wohin wir wollen, lässt sich Orientierung aufzeigen. „Der Wandel vom Selbermachen hin zum Managen hat uns mehr als ergriffen“, so das abschließende Credo eines Teilnehmers. „NFB ist eine Kaderschmiede der besonderen Art, es lohnt sich jedes Mal“, so ein weiterer Mitgliedskommentar.

Marketingexperte, Dr. Wolfgang Setzler, zeigte in seinem Vortrag die marktbestimmenden Trends auf und welche Erwartungen die Unternehmer an die Industrie haben. Erstmals wurde Deutschland in vier Vertriebsregionen aufgeteilt. Dies ermöglicht auch regionalen Anbietern ein situationsgerechtes Reagieren. Die NFB Zukunftsstudie ist gegen eine Schutzgebühr in Höhe von 250 Euro (netto) bei der NFB Bundesgeschäftsstelle zu beziehen.

„Wer berät, der haftet!“ So lautete die Überschrift zum Kapitel Rechtssprechung und VOB. Sowohl der Vorstandsvorsitzende des NFB und Mitglied des Deutschen Vergabe- und Vertragsausschusses, Tom Nietiedt, wie auch Rechtsanwalt Dr. Mark von Wietersheim stellten dar, wo in Zukunft Fallstricke sind und wie man ihnen entgegnen muss.

Anhand sehr praxisorientierter Beispiele zeigte der Düsseldorfer Motivationsexperte, Dirk Schmidt deutlich, wie unser Denken uns beeinflusst. Die Übungen waren eine willkommene Abwechslung nach einem bereits länger andauernden Sitzungstag.

„Reg dich nicht auf!“ ist die burschikose Aufforderung des Gelassenbleibens. Wie oft sagen wir selbst den unsinnigen Aufruf „reiss dich doch zusammen“. Louis Lewitan, promovierter Psychologe und ein echter Profi in Sachen Stressbewältigung, hat aus dem Thema „Gelassenheit“ ein ganzes Buch gemacht. Gespannt folgten die NFB Mitglieder seinen praxisnahen Ausführungen zum „Gelassen bleiben“. Eine bildhafte Kunst, die weder Papier noch Pinsel benötigt. Der Ombudsmann des europäischen Patentamtes weiss mit kniffligen Situationen umzugehen, auch wenn diese nicht patentrechtlich geschützt sind.

„Farbe verbindet“. Dieses nachhaltige Wortspiel wurde vom Präsident des Hauptverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz, Karl August Siepelmeyer, auf mehrfarbige Art und Weise ins Gespräch gebracht. Gekonnt zog der niedersächsische Kollege einen breit gespannten Bogen über unsere Branche. Er brachte auch seine Freude zum Ausdruck, fester Bestandteil der NFB Cheftage zu sein. Die nun im März anlaufende Imagekampagne „Handwerk – die Wirtschaftskraft von Nebenan“ wird hoffentlich einige Jugendliche ansprechen, denn der „Flaschenhals“ im Maler und Lackiererhandwerk ist und bleibt der fehlende Nachwuchs.

Elmar Schmidt, der neue Vorsitzende der Geschäftsleitung des Fördermitgliedes Caparol, zog eine positive  Bilanz. Nicht nur weil Wissen auf der „Habenseite“ geparkt wurde!

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